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Eine Sozialphobie hat ihr das Leben schwer gemacht. Heute fühlt sich Roswitha Hohscheidt besser, nachdem sie sich in der Psychiatrie Baselland hat behandeln lassen. Sie habe ihre Lebensfreude zurückgewonnen, sagt sie.

Angststörungen haben einen Anteil von 14 Prozent an allen psychischen Erkrankungen, heisst es im Bericht 2020 des Gesundheitsobservatoriums über die psychische Gesundheit in der Schweiz. Dazu gehören soziale Phobien, an denen viele Menschen leiden. Eine Betroffene ist Roswitha Hohscheidt (Name geändert).

Neue Krise bahnt sich an

Die über 70-jährige Frau war schon vor etwa zehn Jahren in einer ambulanten Therapie, weil sie von Hemmungen und Ängsten geplagt war. Die Behandlung damals sei gut gewesen, sagt sie, lebte aber weiterhin sehr zurückgezogen. Später verschlimmerte sich ihre Lage wieder: Ihr Mann, von dem sie geschieden war, nahm sich das Leben, dann verliess sie ihr Lebenspartner und ihr Hund starb.

Mit der Zeit habe sie gemerkt, erzählt Roswitha Hohscheidt, dass "mit mir etwas nicht stimmt."

Sie habe sich nicht mehr gespürt, nur noch funktioniert und sich überhaupt nicht mehr zurechtgefunden. Sie hatte auch Suizidgedanken und "panische Angst vor der Einsamkeit". Vergeblich hatte sie nach einer Partnerschaft gesucht, "die Dates erwiesen sich immer als Flop." Später, beim Hausarzt, hatte sie einen Weinkrampf – es war einfach alles zuviel. Er wies sie in die Privatklinik der Psychiatrie Baselland in Liestal (PBL) ein.

Nachdenklich und traurig

Die diplomierte Pflegefachfrau HF Claudia Zimmerli erinnert sich noch gut, als Roswitha Hohscheidt Anfang September 2021 in die Privatklinik eintrat. "Ich erlebte sie als hilfesuchend, nachdenklich und sehr traurig". In vielen Gesprächen konnte das Behandlungs-Team den Zustand der Patientin in wenigen Tagen stabilisieren. In der Klinik bekam sie zudem eine Tagesstruktur und absolvierte ein Therapieprogramm, welches individuell auf sie zugeschnitten war.

Neue Lebensfreude nach vier Wochen

In Einzelgesprächen und Therapiegruppen, mit Achtsamkeitstrainings und Körperwahrnehmungsübungen, Spaziergängen im nahe gelegenen Tierpark, mit Musiktherapie und weiteren Behandlungen hat Roswitha Hohscheid in der schützenden Umgebung der Klinik gelernt, mit ihren Ängsten umzugehen. Claudia Zimmerli ist mit dem Behandlungserfolg nach vier Wochen Klinikaufenthalt zufrieden: "Frau Hohscheidt hat sich recht gut erholt und sich das Rüstzeug erworben, um ihren Alltag zu bewältigen."

Sie habe ihre Lebensfreude zurückgewonnen, freut sich auch Roswitha Hohscheidt. Damit ihr psychischer Zustand stabil bleibt, wird sie sich in nächster Zeit einmal pro Woche tagesklinisch in der PBL weiter behandeln lassen. Zudem besucht sie regelmässig eine auf Psychiatrie spezialisierte Pflegefachfrau zuhause. Diese hat einen Hund, auf den sich Roswitha Hohscheidt besonders freut.

Mehr Kontakt mit Tochter und Enkelin

Zuversichtlich stimmt sie auch ihre Familie. Tochter und Enkelin haben sie in der Klinik besucht und wollen künftig stärker Kontakt zu ihr halten. "Meine Familie hatte von meinem psychischen Zustand nichts gewusst", sagt Roswitha Hohscheidt. "Sie nimmt mich aber ernst und wir haben vereinbart, dass ich einmal pro Woche bei ihnen sein kann".

Auch Assistenzarzt Marc Geiger erinnert sich: "Wir konnten ihre Ängste gut angehen", zuerst mit Medikamenten, dann vor allem in Gesprächstherapien. Eine Magnetresonanztomographie (MRI) des Gehirns brachte keine Hinweise auf mögliche Ursachen ihrer psychischen Probleme.

Soziale Phobien

Im internationalen Klassifikationssystem ICD-10 für organische und psychische Erkrankungen wird die soziale Phobie beschrieben als "Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt". Umfassendere soziale Phobien seien in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie könnten sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äussern. Soziale Phobien können sich bis zu Panikattacken steigern.

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Psychiatrie Baselland - Zentrale Aufnahme
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